Das Rathaus
(nach einer Abhandlung zur 1000jahr - Feier von Walter Schlicher)
Das Dörrenbacher Rathaus ist unbestritten ein Kleinod und ein Glanzstück pfälzischer Zimmermannskunst. Mit der ganz in der Nähe stehenden Wehrkirche, den Türmen und den wuchtigen Mauern des Kirchhofes stellt es den Mittelpunkt des malerischen Dorfes dar. Nach Meinung vieler Kunsthistoriker ist es wohl eines der schönsten, aus der Renaissance stammenden Rathäuser der Pfalz.
Ansicht vom Wehrkirchenportal aus
Mehrmals ist die Jahreszahl 1590 am Gebäude vorzufinden. Ende des 16. Jahrhunderts gehörte das Dorf nämlich zur Herrschaft Guttenberg, die sowohl dem Herzog Johann l. von Pfalz-Zweibrücken sowie Herzog Georg Hans von Pfalz-Veldenz Untertan war. Herzog Johannes l. galt als Förderer der Baukünste; so hatte er einige Jahre vorher das Amtshaus und das Schloss in Bergzabern vollenden lassen. Man vermutet daher, dass er den Bau des Rathauses in Dörrenbach beeinflusst hat. Leider sind weder Pläne noch Akten oder Rechnungen aus jener Zeit erhalten, um dies zu belegen.

Das Untergeschoss wurde aus Sandsteinquadern errichtet und an der Südseite mit zwei Schießscharten ausgestattet. Ob es ursprünglich ein Teil der Vorburg des Kirchhofes war oder nur deren Steine zum Bau benutzt wurden, blieb bisher ungeklärt.
Die bogenförmigen Fensteröffnungen findet man auf alten Ansichten noch zugemauert. Die Obergeschosse wurden aus großartigem Fachwerk mit vielen Ornamenten und Andreaskreuzen gefügt. Schnitzereien an den Eckständern und Erkern geben der Schwere der Holzbalken etwas Leichtigkeit.
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An der östliche Giebelseite finden sich Hinweise auf die Geschichte des Dorfes. Unter einem Fenster gibt es eine Wappentafel. Darin künden Löwe und Raute von der Zugehörigkeit zu Pfalz- Zweibrücken. Darunter befinden sich die beiden Dorfsymbole, der Kastanienbaum und das Andreaskreuz. Daneben eine weitere Tafel, darauf die Initialen MB. Es sin d die des damaligen Schultheissen Moritz Becker, sowie einer Brezel und ein Kastanienblatt. Am Portal zum Erdgeschoss befindet sich zudem das Familienwappen des damaligen Amtmannes Ruprecht Schwebe!.

An der Nordseite schließlich findet sich eine malerische Freitreppe, deren Ständer und Brüstung ebenfalls reich geschnitzt und verziert sind. Die Treppe konnte, wie sich aus der eingeschnitzten Jahreszahl folgern lässt, erst 1591 fertig gestellt werden. Hier soll sich seinerzeit auch der Pranger mit dem Halseisen befunden haben. Über der Eingangstür befindet sich eine Inschrift "Pax Intrantibus", dies bedeutet: Friede dem Eintretenden.
Im Erdgeschoss schließlich befindet sich die „gute Stube" des Dorfes. Hier präsentieren sich Vereine bei Veranstaltungen und bewirten noch heute ihre Gäste. Im Obergeschoss tagt wie zu Urzeiten noch immer der Gemeinderat. Darüber hinaus findet sich auch dort das Büro des Bürgermeisters und des Tourismusvereins
Beim grenzüberschreitenden Dorfverschönerungsettbewerb „Beiderseits der Lauter" im Jahre 2001 wurde das Bauwerk mit dem 1. Preis ausgezeichnet.
Pradel Dörrenbach
