Die Wallfahrtskapelle Kolmerberg

Sie ist die wohl bekannteste und zugleich beliebteste Wallfahrtskirche in der Südpfalz. Erstmals urkundlich erwähnt 1470 wurde sie im Laufe ihrer Geschichte mehrfach zerstört. Der Einsiedler Martin Schaaf baute sie zwischen 1804 und 1815 zu ihrer heutigen Form aus.

Wallfahrtskapelle am Kolmerberg im Herbst Die Komerberg - Kapelle ; Unserer lieben Frau vom Kolmerberg

Vom Rathaus aus ist die Wallfahrtsstätte auf dem Berg in ein paar Minuten zu erreichen. Es findet sich in der Nähe auch ein entsprechender Wegweiser. Das Gotteshaus zählt seit Jahrhunderten zu den bekanntesten Wallfahrtsorten in der Südpfalz. Es besteht aus Langhaus aus dem 18. und 19. Jahrhundert, dem Chor aus dem 15. Jahrhundert und aus der Eremitenwohnung und dem Ölberggebäude aus dem 19. Jahrhundert. Die Kreuzwegstationen rund um die Anlage stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. 

Geschichte der Kapelle und ihre Wallfahrt:
Über den genauen Ursprung dieses Kirchleins weiß man nicht wirklich genau Bescheid und muss daher den Legenden nachgehen. Danach jedenfalls soll dereinst ein schwer kranker Ritter durch das Wasser der hier entspringenden Quelle von seinem Leiden geheilt worden sein. Er ließ die erste „unserer lieben Frau" Kapelle hier erbauen, so wird überliefert. Urkundlich erscheint das Gotteshaus erst 1470 unter dem Namen „Celborn" . Der Begriff bedeutet „ die Zelle an einem Born". Während der Reformationszeit wurde das Gebäude geschlossen, die reiche Innenausstattung entfernt und das Wallfahren hierher untersagt. Erst in Jahre 1719 gestattete Herzog Gustav Samuel von Zweibrücken den Wiederaufbau und die Wallfahrten.

Es lebte ein Eremit oder Waldbruder auf dem Berg.
Die Französische Revolution (1789 - 1799) brachte schwere Zeiten mit sich. 1794 wurden die Anlagen nämlich ausgeplündert und völlig verwüstet. Frankreich erklärte sie zum Nationalgut und lies sie versteigern. Im Jahre 1800 kauften einige Dörrenbacher Bürger die Ruine und stellten sie der Kirche zur Verfügung, welche die Kirche wieder aufbaute. Bei den Katholiken der Region wurden alsbald die Wallfahrten wieder aufgenommen und erfreuten sich zunehmender Beliebtheit. Erstaunlich war, dass selbst strenggläubige Lutheraner das Gnadenbild in der Kapelle aufsuchten. Das Ziel der Wallfahrer war stets und ist noch immer das aus dem 15. Jahrhundert stammende gotische Gnadenbild „die Mutter Gottes".

Der letzte Einsiedler , der bereits erwähnte Eremit Martin Schaaf, kam 1804 auf den Berg und erweiterte und verschönerte die gesamte Anlagen. Leider war er dem Wein sehr zugetan und durch gelegentliche Alkoholexzesse brachte er die Wallfahrtsstätte arg in Verruf. Das rief den Pfarrer auf den Plan und dieser nahm ihm das Gelöbnis ab, künftig keinen Wein mehr zu trinken. Mit der Zeit wurde ihm sein Versprechen aber mehr als lästig und er sann auf einen Ausweg. Nun weiß man, wie einfallsreich die Freunde des guten Weines werden können, wenn Sie ihn nicht haben dürfen. Er schnitzte sich daher einen Holzteller und einen Löffel - und künftig aß er nun den Wein. 

Nachdem wiederholte Ermahnungen nur wenig Erfolg zeitigten, wurde seitens der kirchlichen Behörde ein Verbot kirchlicher Amtshandlungen verhängt. Erst nachdem der Eremit seine Bleibe auf dem Berg endgültig verlassen und im Dorf eine Wohnung genommen hatte, wurde das Verbot 1834 wieder aufgehoben. 

Im Zweiten Weltkrieg blieben die Gebäude von gravierenden Schäden verschont, wenn man von diversen „Heimsuchungen" durch Angehörigen der Wehrertüchtigungslager einmal absehen will. In den Nachkriegsjahren wurden dann die Kriegswirkungen notdürftig behoben und das Gebäude wurde in den Jahren 1973/75 dann gründlich saniert. 

Die ehemalige Eremitenwohnung dient nun als Heim für Gruppen und bietet Übernachtungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Alljährlich finden zwei Wallfahrtsfeste statt und zwar zu Christi Himmelfahrt und Mitte September zur Kreuzerhöhung. Im Sommer an Sonntagen werden nachmittags Gottesdienste abgehalten. 

(Anmerkung: Inhaltlich orientiert sich dieser Beitrag an Walter Schlichers Beiträgen zur Dorfchronik) 

Hilfe für die Kapelle

An alle Freunde der Kolmerbergkapelle!
Im März 2017 hatte uns die Nachricht erreicht, dass die Kolmerbergkapelle noch weit größere Schäden aufweist, als bislang bekannt. Neben dem Holzfachwerk der ehemaligen Eremitenklause ist auch die Decke des Kirchenschiffs derart geschädigt, dass die Kapelle nicht mehr für Gottesdienste genutzt werden darf. Die Kosten für eine Instandsetzung werden wahrscheinlich die Marke 765.000 Euro übersteigen.

Die Kapelle ist seit vielen Jahrzehnten im Eigentum der katholischen Kirchenstiftung Dörrenbach. Durch sparsames Haushalten und nicht zuletzt Einnahmen aus unzähligen Bewirtungen auf dem Kolmerberg konnte ein Vermögen von ca. 65.000 Euro erwirtschaftet werden. Das Bistum hat einen Bauzuschuss versagt, da ein solcher nur für anerkannte Kirchen aber nicht für Kapellen gewährt wird. Ein entsprechender Antrag auf Anerkennung als Kirche wurde wie zu erfahren war abgelehnt.   Selbstverständlich wird versucht, auch anderweitig Bezuschussungen zu erhalten.

Es ist bereits absehbar, dass dringende Sanierungsmassnahmen wegen fehlender finanzieller Mittel entweder garnicht, oder erst in weiter Zukunft umgesetzt werden können.  DIE RHEINPFALZ berichtete dazu am 6.1.19 "" Für die katholische Kirchenstiftung ist es ein Paukenschlag. Die Sanierung der Kolmerbergkapelle bei Dörrenbach kostet fast 765 000 Euro. Diesen Betrag aufzubringen, das wird ohne einen Zuschuss des Bistums Speyer nicht möglich sein. Wenn nichts geschieht, ist die Wallfahrtskapelle dem Verfall preisgegeben.""

Aus diesem Grunde wurde am 06.03.2017 ein Förderverein zu Gunsten der Kolmerbergkapelle gegründet. Der Verein ist bereits als gemeinnützig anerkannt worden.

Nun hoffen wir auf Ihre Hilfe. Sie können den Förderverein sowohl durch eine Mitgliedschaft oder eine Spende unterstützen. Sowohl Spenden wie auch Mitgliedsbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Spendenkonto bei der Sparkasse Südliche Weinstrasse
IBAN: DE19 5485 0010 1700 2200 88
Bitte geben Sie für die Spendenbescheinigung Ihre Adresse an.

Mitgliedsanträge können bei allen Pfarrbüros der Pfarrei Hl. Edith  Stein oder direkt beim Vorstand des Vereins gestellt werden.

Kontakte:
Dieter Wieg, Stäffelsbergstrasse 23 76889 Dörrenbach Tel.: 06343 - 2612
Eleonore Jüschke, Am Kolmerberg 30  76889 Dörrenbach Tel.: 06343 - 8267
Simon Lerch,  Am Kolmerberg 92 76889 Dörrenbach, Tel.: 06343 - 9361470

eMail: Simon.Lerch@web.de
Unter dieser Adresse erhalten Sie auch gern weitergehende Informationen.

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