Die Wehrkirche
(nach Walter Schlicher)
Wehrkirchenanlage - OstmauerDie heutige Martinskirche war im Mittelalter dem Heiligen Ulrich geweiht. Von dem ältesten aus Stein gebauten Teil des Gebäudes ist nur noch der untere Teil des Chorturmes (um 1300) erhalten geblieben. Die Mauerstärke beträgt hier ca. 2 Meter. Die oberen Geschosse stammen aus der Zeit der Spätgotik, (16. Jahrhundert.)
Der Turm wurde natürlich auch zu Verteidigungszwecken verwendet. Der Beweis findet sich im 2. Geschoss. Hier sind Schlüsselloch-Scharten eingebaut. Darüber beginnt der das Dorfbild beherrschende achtseitige Spitzturm.
Zwischen Turm und Langhaus ist ein rundes Treppentürmchen zu finden. Hieran befindet sich ein Lichterker. Das ist eine echte Rarität. Damit hat es folgende Bewandnis: Aus der Grableuchte der Gräber entstand im Mittelalter die Totenleuchte, in welcher man für alle Verstorbenen ein gemeinsames Licht entzündete. Dieses Licht mahnte zum Gebet für die Toten und sollte auch die Hinterbliebenen trösten. Andernorts sind an den Kirchen diese Lichterker längst verschwunden. In Dörrenbach hat man das Türmchen jedoch unverändert gelassen. Das größere Fenster der Kirche entstand in der Frührenaissance (16. Jh.). Daneben die Umrisszeichnung eines Maßes für ein Brot. Hieran konnte man nachmessen, ob die Bäcker die vorgeschriebene Größe eingehalten hatten.
Türmchen mit LichterkerZwischen Turm und Langhaus ist ein rundes Treppentürmchen zu finden. Hieran befindet sich ein Lichterker. Das ist eine echte Rarität. Damit hat es folgende Bewandtnis: Aus der Grableuchte der Gräber entstand im Mittelalter die Totenleuchte, in welcher man für alle Verstorbene ein gemeinsames Licht entzündet. Dieses Licht mahnte zum Gebet für die Toten und sollte auch die Hinterbliebenen trösten. Andernorts sind an den Kirchen diese Lichterker längst verschwunden. In Dörrenbach hat man ihn jedoch unverändert gelassen.Das größere Fenster der Kirche entstand in der Frührenaissance (16. Jh.). Daneben die Umrisszeichnung eines Maßes für ein Brot. Hieran konnte man nachmessen, ob die Bäcker die vorgeschriebene Größe eingehalten hatten.
Die SonnenuhrDie Sonnenuhr
Heute gehen die Turmuhren gewöhnlich relativ genau. Das war aber nicht immer so. Und weil die Sonnenuhren bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts noch die einzigen verlässlichen Zeitmesser waren, wurden die Räderwerke der Kirchturmuhren nach der Sonnenuhr gestellt. Diese verloren mit zunehmender Verlässlichkeit der Technik jedoch an Bedeutung und dienten seither nur noch zur Dekoration. An ihrer Genauigkeit hat sich jedoch nichts geändert, wie Sie sehr leicht ausprobieren können. Die jetzige Sonnenuhr stammt übrigens aus dem Jahre 1991, denn die alte war durch die Witterung und durch Artilleriebeschuss im 2. Weltkrieg arg ramponiert.
Die Glocken
Unter den fünf Glocken, die im Turm hängen, befindet sich eine der ältesten Glocken der Pfalz. Sie stammt aus der Zeit um 1330. Sie ist als die erste Glocke dieser Kirche anzusehen und hat alle
Kriegs- und Notzeiten gut überstanden. Auf ihr findet sich eine Umschrift in früh gotischen Majuskeln O. Rex. Glorie. XPE. Veni. Cum. Pace. Das bedeutet: Oh König der Ehren, Christus komme mit
Frieden.
Zu betreten ist das Gotteshaus durch das spitzbogige Portal im Süden aus dem 16. Jh. Im Inneren finden wir den Chorraum mit seinem früh gotischen Rippenkreuzgewölbe aus der Zeit der Entstehung der Kirche. Auffallend ist die Stärke des Mauerwerks am Chorbogen.
Blick ins KirchenschiffIm Osten des Chores ein Fenster mit einem frühgotischen Maßwerk mit Dreipässen. Im Chor stand auch bis vor kurzer Zeit noch der Altar der katholischen Gemeinde, während der Altar im Langhaus der evangelischen Kirchengemeinde diente. Mittlerweile hat auch hier die Ökumene Einzug gehalten und obwohl es sich noch immer um eine Simultankirche handelt, kommen die Konfessionen in solchen Sachfragen recht gut miteinander zurecht. Der reich verzierte Ständer der Kanzel sowie der Taufstein stammen aus dem 16./17. Jh. Das Langhaus wurde unter Verwendung älterer Bauteile im 16. Jh. erbaut. Später wurde es öfters erweitert und mit einer Flachdecke versehen. An der Nordseite befindet sich die Sakristei aus dem 15./16. Jh. mit Erweiterung aus neuerer Zeit.
Noch einige Ansichten
Wandmalereien
Im Mittelalter dienten diese Bilder in den Kirchen nicht nur der Dekoration, sondern sie waren eine Art Bilderbibel, gedacht für die Analphabeten. Die Gemälde im Chorraum sind im 14./15. Jahrhundert
entstanden.
Im Langhaus an der Nordwand sind ebenfalls Wandmalereien zu erkennen. Es handelt sich möglicherweise um Fragment einer Abendmahlszene, den Einzug in Jerusalem, Christus am Ölberg, den Judaskuss und
die Geißelung. Der Passionszyklus ist im 16. Jahrhundert entstanden und wurde leider unsachgemäß restauriert.
Im 16. Jh. erreichte die lutherische Lehre auch Dörrenbach. Die Herzöge von Zweibrücken legten großen Wert auf die Entfernung aller Bilder und Figuren in den Kirchen, denn das Bibelwort sollte an die Stelle der Bilder treten. Anlässlich einer Kirchenvisitation im Jahre 1579 wurde daher die Beseitigung der Bilder angeordnet und die Bilder wurden übertüncht und dann vergessen. Bei Renovierungsarbeiten im Sommer 1953 wurden die Wandmalereien wieder entdeckt aber leider in der ersten Entdeckerfreude unsachgemäß restauriert. Daher sind sie in diesem bedauernswerten Zustand. Die Freilegung der übrigen Wandbilder erfolgte danach durch einen anderen Restaurator Es handelt sich im übrigen nicht um Fresken wie oft zu lesen ist - sondern um Wandmalereien. mehr über die Malereien......
Pradel Dörrenbach


