Beim Glöckner

Dieter Brunck, restaurierte historische Turmuhr.

Dieter Brunk Dieter Brunk

„Glöckner von Dörrenbach", so wird Dieter Brunck manchmal liebevoll von den Dörrenbachern genannt. Weiß man doch, das er einen großen Teil seiner Freizeit bei Arbeiten im Kirchturm verbringt und sich damit gleichzeitig  einen Traum erfüllt. Was es da im Kirchturm von St. Michael, der historischen Wehrkirche von Dörrenbach alles so treibt und was es dort zu sehen und zu erleben gibt, davon will ich Ihnen hier berichten.


Die Wehrkirche von Dörrenbach oder besser der Turm der Wehrkirche um genau zu sein, ist so eine Art „Freizeit - Arbeitsplatz" von Dieter Brunck. Ich hatte mich mit ihm verabredet, um etwas über die Turmuhr zu erfahren, die vor einiger Zeit zwar ihren Geist aufgegeben hatte, aber wegen ihrer selten zu findenden Mechanik unbedingt sehenswert ist.

 

Schlag drei Uhr war ich deshalb vor der Kirche verabredet und Dieter Brunck wartete bereits. Durch die Kirche und über eine Treppe hinter der Orgel erreichten wir den Dachstuhl. Nebenbei erfuhr ich, dass es sich hier um einen so genannten hängenden Dachstuhl handelt, - eine bauliche Besonderheit also, von der kaum jemand etwas weiß.

 

Durch einen winzigen Durchbruch gezwängt, erreichten wir den Glockenturm Hier steht das Uhrwerk, für den Laien eine verwirrende Ansammlung von Zahnrädern, Achsen und Wellen, Ketten und Seilen, denen man das Alter und den Zahn der Zeit ansehen kann. Für Dieter Brunck jedoch ist es eine Herausforderung, dies Wunderding zu erhalten und wenn möglich so instand zu setzen, dass es einem interessierten Publikum hier im Turm oder auch anderswo zugänglich gemacht werden kann. Und er kommt auch gleich zur Sache, um die Geschichte, die Funktionsweise und die notwendigen Arbeiten zu erklären.

Das Werk der Turmuhr der Wehrkirche in Dörrenbach

In der Tat ein Erlebnis, diese Stangen und Zahnräder in schwindelnder Höhe in Funktion zu erleben, denn Dieter Brunck führt mich in jeden Winkel des Turms und lässt es natürlich auch ordentlich läuten. Zu meinem größten Erstaunen „flogen mir nicht die Ohren weg“ wie ich befürchtet hatte. Ganz im Gegenteil, wir erlebten den vollen Klang der Glocken, eine Erfahrung der ganz besonderen Art.

 

Um das Werk zu restaurieren, ist noch viel zu tun. Wie umfassend die Arbeiten sein werden, erfahre ich, als mir Dieter belustigt den Stromanschluss zeigt, der sicher auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Als gelernter Schlosser hat er natürlich ein sicheres Gespür für die Technik und weiß, das dieses Uhrwerk nicht wieder soweit hergerichtet werden kann, dass es seine ursprüngliche Aufgabe wieder übernehmen könnte. Es wird aber ein attraktives Ausstellungsstück werden, das hier im Glockenturm Besuchern einen Einblick in die Mechanik gibt und eine wirklich schöne halbe Stunde bietet, denn ungefähr so lange dauerte die Führung durch das alte Gemäuer.